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Individuelle Projektberatung im Bundesprogramm „Kita-Einstieg“

Seit Februar 2022 können die Vorhaben im Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ auf eine individuelle Projektberatung zurückgreifen, um die Verstetigung ihrer Angebote voranzubringen. Damit wird das Ziel, die gesetzten Impulse des Bundesprogramms auch nach Auslaufen des Förderzeitraums Ende 2022 zu erhalten, zusätzlich unterstützt. Die Koordinierungs- und Netzwerkstellen bekommen mit der Projektberatung die Möglichkeit:

  • ihre bisherigen Handlungsschritte zu reflektieren,
  • bisher noch nicht bedachte Handlungsoptionen aufzudecken,
  • und die weiteren Schritte zur Weiterentwicklung und Verstetigung von Strukturen mit einer externen Begleitung zu definieren.

Das Angebot der individuellen Projektberatung ist freiwillig und erfolgt auf eigenen Wunsch der Koordinierungs- und Netzwerkkräfte. Die Begleitung und Unterstützung erfolgt im Rahmen einer „Blended Counseling“-Beratung. Auf diese Weise werden professionelle Online- und Offline-Beratungsformate miteinander verzahnt. Dabei stimmen sich die Vorhaben mit den Beraterinnen und Beratern individuell u.a. über Ort, Dauer und Häufigkeit des Beratungskontaktes ab.

Um herauszufinden, wie die Vorhaben die Projektberatung konkret nutzen und bewerten, wurde eine Umfrage durchgeführt. An dieser Umfrage haben sich 63 Koordinierungs- und Netzwerkfachkräfte aus dem Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ beteiligt, die die individuelle Projektberatung in Anspruch nehmen. Die Ergebnisse zeigen: Fast alle Koordinierungs- und Netzwerkfachkräfte halten die Projektberatung für ein grundsätzlich geeignetes Instrument - vier von fünf der befragten Koordinierungs- und Netzwerkkräfte empfinden die Projektberatung als hilfreich für die Verstetigungsarbeiten.

 

3 Fragen an ... Ottmar Oestreich, Koordinator der Projektberatung bei der Servicestelle „Kita-Einstieg“

Ottmar Oestreich ist Koordinator der Projektberatung bei der Servicestelle „Kita-Einstieg“. Im Interview berichtet er darüber, wie die individuelle Projektberatung die Vorhaben konkret unterstützen kann, was genau „Blended Counseling" ist und erzählt von seinen persönlichen Erfahrungen.

Wie unterstützt die individuelle Projektberatung die „Kita-Einstieg"-Vorhaben bei der Verstetigung?

Die Projektberatung unterstützt die Koordinatorinnen und Koordinatoren dabei, den jeweiligen Verstetigungsprozess zu strukturieren. Sie gibt beispielsweise Hilfestellung bei zeitlichen Abläufen und der Priorisierung der Aufgaben. Die Projektberatung geht detailliert auf individuelle Fragestellungen ein, ist am Bedarf des Gegenübers orientiert und hinterfragt Überlegungen kritisch.

Die Projektberatung stellt den Koordinations- und Netzwerkfachkräften einen geschützten Reflexionsraum zur Verfügung. Innerhalb dieses Raumes erhalten diese die Möglichkeit, ihr bisheriges Handeln zu reflektieren. Der „Blick von außen“ eröffnet neue Perspektiven und ist hilfreich bei der Entwicklung von Strategien, die den Verstetigungsprozess positiv unterstützen.

Wie sieht ein Beratungsgespräch im „Blended Counseling"-Format aus?

Das Format der Projektberatung wird als „Blended Counseling“-Konzept angeboten, das eine professionell gestaltete Verzahnung von Online-Beratung und Face-to-Face-Beratung vorsieht. Diese Beratungsform ermöglicht Präsenzeinheiten, die insbesondere zu Beginn der Beratungsprozesse wichtig sind. Später werden die Beratungen auch im Onlineformat durchgeführt.

Zeitpunkt und Umfang der Beratungseinheiten stimmen die Projektberaterinnen und Projektberater individuell mit den Koordinierungsstellen ab. In der Regel umfasst eine Beratungseinheit vor Ort 2-3 Stunden, eine Onlinesitzung dauert 1-2 Stunden. Für die Beratung im digitalen Format stehen den Projektberatenden geschützte Beratungsräume der Online-Plattform des SPI zur Verfügung.

Beratungsprozesse laufen nicht nach einem bestimmten Schema ab. Wann ein Wechsel des Settings von Face-to-Face zu Onlineberatung sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab und ist immer auch eine Frage zur Verfügung stehender Ressourcen.

Welche Erfahrungen machen Sie als Koordinator mit der individuellen Projektberatung?

Meine Erfahrungen mit der Projektberatung als unterstützende Begleitung innerhalb der Programmförderung ist ausgesprochen positiv. Auf zwei Aspekte in der Vorbereitung der Projektberatung möchte ich besonders hinweisen. Die Stiftung SPI arbeitet seit mehreren Jahren vertrauensvoll mit einem Pool von professionellen Dienstleisterinnen und Dienstleistern zusammen, die neben ihrer fundierten Beratungsexpertise insbesondere ihre Erfahrung mit Förderprogrammen des Bundes auszeichnet. Ein weiteres wesentliches Element der Projektberatung ist eine gute Einbindung der Projektberatenden in die Programminhalte. Dabei geht es insbesondere um die Klärung von Auftrag und Rolle als Projektberaterin oder -berater. So kann eine Projektberatung ihren Auftrag professionell, wertschätzend und lösungsorientiert umsetzen.

Aus Sicht der Koordinations- und Netzwerkfachkräfte ist es besonders hilfreich, eine Unterstützung von außen an der Seite zu wissen. Auch wenn man sich bei den nächsten Schritten unsicher ist oder möglicherweise frustriert ist, weil sich das Projekt nicht so entwickelt wie gewünscht, steht die Projektberatung motivierend und mit Rat zur Seite.

Beispielsweise unterstützt die Projektberatung

  • bei der Ausarbeitung von Zahlen, Daten, Fakten, die als Argumentationspapier ausschlaggebend für den Verstetigungsprozess sind,
  • bei der Priorisierung von Verstetigungselementen,
  • sowie bei der Entwicklung von Strategien zur Ansprache verschiedener Netzwerkpartner für den Standort im Hinblick auf die Verstetigung.

Die Projekte melden uns zurück, dass es mit der Unterstützung von außen leichter fällt, kritisch auf bisherige Handlungsroutinen zu schauen. Mit der Herstellung eines zusätzlichen Reflexionsraumes können die Koordinierungsstellen Lösungsstrategien entwickeln, die bisher nicht sichtbar waren oder erst mit einer strukturierenden und Hürden abbauenden Hilfe von außen möglich werden.

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