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FAQs zum Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“

Ausgewählte Fragen und Antworten zum Bundesprogramm „Kita-Einstieg“

Mit dem Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) die Entwicklung und Erprobung von Angeboten, die den Einstieg von Kindern in das deutsche System frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung vorbereiten und ermöglichen. Familien mit besonderen Zugangsschwierigkeiten zum System der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung, z. B. Familien mit Fluchthintergrund, werden an dieses herangeführt, die gesellschaftliche Integration und Partizipation der Familien gefördert. Schließlich soll durch das Programm auch die Kompetenz der pädagogischen Fachkräfte im Umgang mit Vielfalt gestärkt werden. 

Vom 01.04.2017 bis zum 31.12.2020 setzten zunächst 150 Vorhaben das Bundesprogramm um. An einigen Standorten konnten erfolgreiche Programmelemente verstetigt werden. Vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2022 wird das Programm durch 126 Vorhaben fortgeführt. 

Die Förderung umfasst die Bezuschussung einer Koordinierungs- und Netzwerkstelle, i. d. R. angesiedelt beim örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe. Gemeinsam mit den relevanten Akteurinnen und Akteuren vor Ort werden Angebote geschaffen, die das Ziel verfolgen, Zugänge in die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung zu erleichtern und/oder den Einstieg in das Regelsystem vorzubereiten. Bezuschusst werden zudem Fachkraftstellen zur Umsetzung der Angebote, weiteres projektbegleitendes Personal sowie vorhabenbezogene Sachausgaben.

Die Angebote können in verschiedenen Einrichtungen im Sozialraum, beispielsweise in Kindertageseinrichtungen, Tagespflegestellen, Familien- bzw. Nachbarschaftszentren oder auch Mehrgenerationenhäusern umgesetzt werden.

Der Standortkarte ist zu entnehmen, an welchen Standorten das Programm umgesetzt wird. Die Karte ermöglicht es den Kita-Einstieg-Vorhaben, sich untereinander zu vernetzen und informiert die interessierte Öffentlichkeit über die Umsetzung des Bundesprogramms an den einzelnen Standorten.

Das Programm „Kita-Einstieg“ verfolgt das Ziel, den Übergang von Kindern bzw. Familien in das Regelsystem der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung vorzubereiten bzw. zu erleichtern. Um Synergieeffekte zu schaffen, können Angebote im Rahmen des Bundesprogramms grundsätzlich auf bestehenden Initiativen und Angeboten vor Ort aufbauen bzw. diese auch inhaltlich oder räumlich erweitern, sofern sie bedarfsorientiert und dem Programmziel dienlich sind. Die einzelnen Projekte müssen dabei sowohl inhaltlich als auch finanziell klar voneinander abgrenzbar sein.

Zu den Aufgaben der Koordinierungs- und Netzwerkstelle zählen:

  • die fortlaufende Erhebung der lokalen Bedarfe und vorhandenen Ressourcen,
  • die Planung, Weiterentwicklung und Vernetzung der Angebote vor Ort,
  • die Koordination der (pädagogischen) Fachkräfte (Anleitung und Begleitung, Initiierung eines regelmäßigen Austauschs, Qualifizierung),
  • der Aufbau bzw. die Etablierung von handlungsfeld- und fachbereichsübergreifenden Kooperationen,
  • die Durchführung bzw. Teilnahme an Netzwerktreffen,
  • die Öffentlichkeitsarbeit des Projekts,
  • die finanzielle Projektplanung sowie das Berichtswesen.

In den Jahren 2021 und 2022 wird darüber hinaus ein Aufgabenschwerpunkt darin liegen, die Kita-Einstieg-Konzeption weiterzuentwickeln und die kommunale Einbindung voranzubringen sowie Maßnahmen umzusetzen, die darauf abzielen, erfolgreiche Programmelemente inhaltlich und finanziell zu verstetigen.

Zur Sicherung der Nachhaltigkeit ist es wichtig, besonders die Überleitung von den Kita-Einstieg-Angeboten in die Regelangebote konzeptionell und strukturell in der lokalen Bildungslandschaft zu verankern. Für diesen Prozess ist die Arbeit der Koordinierungs- und Netzwerkkraft der zentrale Baustein.

Zu den Aufgaben der (pädagogischen) Fachkräfte gehören:

  • die Ansprache und Aktivierung der Zielgruppe (bspw. über aufsuchende Ansätze),
  • die Durchführung der Angebote im Sozialraum,
  • die Beratung, Begleitung und Information der Familien beim Kita-Einstieg,
  • die Eröffnung von Vernetzungs- und Austauschräumen für die Familien untereinander,
  • die Unterstützung der Koordinierungs- und Netzwerkkraft bei der konzeptionell-inhaltlichen Weiterentwicklung der Angebote und der Kita-Einstieg-Konzeption im Programmverlauf,
  • die Zusammenarbeit mit den kooperierenden Kitas und anderen relevanten Akteurinnen und Akteuren im Sozialraum sowie
  • die Durchführung regelmäßiger Teambesprechungen und ggf. Anleitung (semi-)professioneller Teammitglieder.

Es sollen Angebote umgesetzt werden, die Kindern und Familien, die bisher nicht oder nur unzureichend von der institutionellen Kindertagesbetreuung erreicht wurden, den Einstieg in das System der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung erleichtern. Es können Informations- und Aufklärungsangebote für Familien, niedrigschwellige frühpädagogische Angebote für Kinder und Familien sowie Qualifizierungsmaßnahmen für (pädagogische) Fachkräfte sowie weitere Personen entwickelt, erweitert und erprobt werden. Allgemeine Angebote zur Integration (bspw. reine Sprachkurse) sind nicht förderfähig.

Ausführliche Anregungen und Erläuterungen zu förderfähigen Kita-Einstieg-Angeboten finden sich in den Dokumenten „Darstellung von möglichen Angeboten“ und „Erläuterungen zu den Kita-Einstieg-Angeboten“.

Für die Dokumentation der Kita-Einstieg-Angebote reicht die Koordinierungs- und Netzwerkkraft bei der Servicestelle Angebotssteckbriefe und dazugehörige Angebotsberichte ein. Ziel ist es nachzuvollziehen, wie die bedarfsgerechten und passgenauen Angebote vor Ort entwickelt und umgesetzt werden und wie damit die Ziele des Bundesprogramms erreicht werden. 

Damit eventuelle Rückfragen oder Nachjustierungen rechtzeitig geklärt werden können, wird der Angebotssteckbrief vor der Durchführung jedes geplanten Angebots ausgefüllt und eingereicht. Sobald ein Angebot beendet ist, wird ein Angebotsbericht ausgefüllt. Die Eingabe der Angebotssteckbriefe und Angebotsberichte erfolgt wie das Monitoring über die Online-Datenbank ProSPI (Projektverwaltung SPI).

Angebotssteckbriefe und -berichte stellen für den Zuwendungsempfänger einen Teil der Berichtspflichten dar.

Ja. Grundsätzlich sollen sich die Angebote an den Bedarfen vor Ort orientieren. Wenn sich diese ändern, sollten auch die Angebote angepasst werden. Ebenfalls ist es möglich, dass mit den Angeboten die ursprünglich festgelegten Ziele nicht erreicht werden. In diesem Fall sollte nachgesteuert werden. Im Rahmen des Berichtswesens (Angebotsbericht, Monitoring und Zwischen- bzw. Verwendungsnachweis) werden die Vorhaben aufgefordert, die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse darzustellen.

Der Zugang zur Kindertagesbetreuung ist ein wichtiges Kriterium für den Erfolg des Programms. Die Kita-Einstieg-Vorhaben müssen daher verbindlich mit kooperierenden Kitas zusammenarbeiten (zu Beginn der Programmlaufzeit die sogenannten „Anker-Kitas“) und „Kita-Einstieg“ in den Kitas vor Ort verankern.

Jedes durchgeführte Angebot des Angebotstyps 1 (Aufklärungs- und Informationsangebote) und des Angebotstyps 2 (niedrigschwellige frühpädagogische Angebote) muss mit mindestens einer Kita kooperieren. Dafür sollten die beteiligten Kindertageseinrichtungen möglichst früh in die Konzeption der Angebote eingebunden werden. Dies kann auf unterschiedliche Weise erfolgen:

Variante 1: Die zusätzlichen, durch das Programm geförderten Fachkraftstellen für den Kita-Einstieg sind in einer Kindertageseinrichtung beschäftigt und realisieren in der Einrichtung Kita-Einstieg-Angebote. Wichtig ist in diesem Fall eine klare Trennung der Aufgabenbereiche. Die zusätzlichen Fachkräfte dürfen nicht zur Abdeckung des regulären Kita-Betriebs eingesetzt werden, sondern sollen zusätzliche Angebote für den Kita-Einstieg realisieren. Das können auch gemeinsame Aktivitäten mit den Regelgruppen sein. Kita-Einstieg-Angebote, die in Kindertageseinrichtungen stattfinden, unterscheiden sich von den regulären Plätzen insofern, als dass sie sich an eine klar definierte Zielgruppe richten (Kinder, die noch keine Kita bzw. Kindertagespflege besuchen) und temporär angelegt sind.

In einigen Fällen benötigen auch Familien von Kindern, die schon einen Kita-Platz haben, zusätzliche Unterstützung beim Einstieg bzw. Ankommen in der Kindertagesbetreuung. Daher ist es im Einzelfall möglich, in enger Absprache mit der Kita auch mit diesen Familien zu arbeiten. Zu beachten ist dabei, dass solche Angebote in der Kita den neu ankommenden Kindern und Familien nur für eine begrenzte Zeit zur Verfügung stehen sollten. So kann z. B. in den ersten Monaten des Kita-Besuchs durch die Kita-Einstieg-Fachkraft eine Beratung für neue Kita-Eltern angeboten werden, um Fragen ausführlich zu besprechen, Vertrauen aufzubauen und bei den ersten Schritten zu unterstützen. Wichtig ist, dass solche Angebote nicht gewöhnliche Kita-Aufgabengebiete (wie z. B. Elternarbeit) ersetzen und im Fall eines dauerhaften Begleitungsbedarfs entsprechende Hilfsangebote bspw. über das Jugendamt eingeleitet werden.

Variante 2: Für Angebote, die außerhalb von Kindertageseinrichtungen umgesetzt werden, ist eine Kooperation mit einer oder mehreren (nahe gelegenen) Kita(s) unerlässlich. Über die Kooperation wird sichergestellt, dass die Kita-Einstieg-Angebote bspw. über gegenseitige Besuche oder Hospitationen die Gelegenheit bieten, Kontakte mit Kitas zu knüpfen und erste persönliche Begegnungen zu ermöglichen.

Wenn vorab nicht genau bestimmt werden kann, welche Kita das sein sollte, da mehrere Kitas im Sozialraum eingebunden sind und das Angebot nicht örtlich festgelegt ist, kann eine Kita auch stellvertretend für weitere benannt werden.

Im Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ erarbeiteten die Vorhaben in der Programmlaufzeit bis Ende 2020 eine Konzeption. Die Konzeption wird als zentrales Steuerungs- und Koordinierungsinstrument gesehen, das den Rahmen für die Projektumsetzung bildet. In der Konzeption wird zum einen festgehalten, in welchem Rahmen Angebote für den Kita-Einstieg entwickelt und erprobt werden und wie die Integration von Kindern in das Regelangebot begünstigt werden kann. Zum anderen können in der Konzeption Werte, Handlungsweisen und Qualitätsansprüche an die Arbeit unterlegt werden.

In den Jahren 2021 und 2022 entwickeln die Vorhaben ihre Kita-Einstieg-Konzeptionen weiter und richten Strategien ggf. neu aus. Zur Unterstützung der Konzeptionsfortschreibung stehen den Vorhaben verschiedene Materialien auf der Projektplattform zur Verfügung, bspw. ein Leitfaden und FAQ.

Die Konzeptionen werden durch die Servicestelle Kita-Einstieg einmal jährlich stichprobenhaft gesichtet und den jeweiligen Vorhaben eine Rückmeldung gegeben. Ziel der Sichtung ist es, für die weitere Bearbeitung individuelle Unterstützung und ggf. zusätzliche Impulse zu geben. Dabei steht die Frage im Vordergrund, ob die Konzeption geeignet ist, als Argumentationshilfe für kommunale politische und administrative Entscheidungen hinsichtlich der Verstetigung des Bundesprogramms nach Ablauf der Förderlaufzeit dienen zu können.

Die Verlängerung des Bundesprogramms bis Ende 2022 soll insbesondere dazu dienen, die entstandenen Kita-Einstieg-Angebote bedarfsgerecht weiterzuentwickeln, handlungsfeld- und fachbereichsübergreifende Koalitionen im Sozialraum zu intensivieren und zu festigen, ein systematisches Übergangsmanagement in die Kindertagesbetreuung aufzubauen und in eine nachhaltige Finanzierung zu überführen. Hierbei erhalten die Programmträger Unterstützung durch die Servicestelle Kita-Einstieg sowie das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe). Auf der Online-Plattform steht interessierten Vorhaben eine Materialsammlung zum Thema zur Verfügung.

Die Fördermittel werden als Gesamtbudget zur Verfügung gestellt. Das bedeutet, dass die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe mit dem Einsatz der Fördermittel innerhalb ihrer Kita-Einstieg- Angebote und -Strukturen flexibel planen können. Allerdings ist zu beachten, dass die Einrichtung einer Koordinierungs- und Netzwerkstelle verpflichtend ist.

Nach Bewilligung ist der Finanzierungsplan hinsichtlich seines Gesamtergebnisses (= Gesamtausgaben) verbindlich. Es wird zudem erwartet, dass die Eigen- und/oder Drittmittel vollständig in der pro Kalenderjahr erklärten Höhe erbracht werden. Verschiebungen zwischen den Einzelpositionen „Personalausgaben“ und „sonstige Sachausgaben“ sind bis zu 20 % ohne Änderungsantrag möglich.

In den Jahren 2021 und 2022 werden die Servicestelle Kita-Einstieg sowie das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) den beteiligten Vorhaben verschiedene Veranstaltungsformate anbieten. So sind unter anderem Dialogtreffen und weitere Austauschformate geplant, die – sofern notwendig – online stattfinden werden.

Im Jahr 2022 sind für die teilnehmenden Kita-Einstieg-Vorhaben Abschlusskonferenzen geplant.  Die Frage der Verstetigung wird dabei eine wichtige Rolle spielen.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist für die Öffentlichkeitsarbeit zum Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ verantwortlich. Gemäß Zuwendungsbescheid ist bei Veröffentlichungen und Verlautbarungen aller Art (z. B. Presseerklärungen, Publikationen, Arbeitsmaterialien, Berichte, Ankündigungen, Einladungen) in geeigneter Form auf die Förderung durch das Bundesministerium hinzuweisen.

Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit zum Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ können selbstverantwortlich von den Vorhaben gestaltet werden. Zu beachten sind hierbei die Regelungen im „Leitfaden für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“, der auf der Online-Plattform heruntergeladen werden kann. Alle Entwürfe von Druckerzeugnissen im Zusammenhang mit dem Bundesprogramm müssen vor dem Druck mit der Servicestelle abgestimmt werden.

Weitere Informationen zum Bundesprogramm finden sich auf dem Online-Portal Frühe Chancen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und auf der Online-Plattform der Stiftung SPI im Projektbereich "Kita-Einstieg".

Darüber hinaus wurden durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zur Umsetzung des Bundesprogramms „Kita-Einstieg“ mehrere Umsetzungsstellen berufen, die verschiedene Aufgaben übernehmen:

 

Servicestelle Kita-Einstieg

Die Servicestelle Kita-Einstieg ist mit der Koordinierung, der administrativen Umsetzung und dem Monitoring des Bundesprogramms beauftragt und bietet den beteiligten Vorhaben fachlich-inhaltliche und finanztechnische Beratung und Begleitung im Programmverlauf.

Kontakt 

Telefonisch (Hotline):

Fachlich-inhaltliche Beratung und Datenbank ProSPI: 030-390 634 750

Finanztechnische Beratung und Datenbank ProDaBa 2020: 030-544 533 712

Sprechzeiten: Mo, Di, Mi, Fr 9.00 bis 12.00 Uhr sowie Do 14.00 bis 17.00 Uhr

Per E-Mail: servicestelle@kita-einstieg.de

 

Prozessbegleitung

Das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) ist zuständig für die wissenschaftlich basierte und dialogorientierte Prozessbegleitung. Sie bietet pädagogische Beratung bei der Entwicklung und Umsetzung der Konzeptionen und erstellt begleitende Publikationen und Handreichungen für die Praxis.

Kontakt

Telefonisch:

Wilhelmine Berger: 0541-969-6402

Peter Keßel: 0541-58054573

Per E-Mail: nifbe-kita-einstieg@nifbe.de 

 

Evaluation

Die AG Inklusive Pädagogik der Universität Paderborn evaluiert das Bundesprogramm und bereitet die wissenschaftlichen Ergebnisse für Praxisempfehlungen und Handreichungen auf.

Kontakt

Telefonisch:

Maike Hoeft: 0151-400 41 720

Per E-Mail: bukie@lists.uni-paderborn.de 

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