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FAQs zum Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“

Alle FAQs zum Bundesprogramm „Kita-Einstieg" (PDF, 413 KB, nicht barrierefrei)

Ausgewählte Fragen und Antworten zum Bundesprogramm „Kita-Einstieg“

Im Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) werden Angebote entwickelt und ergänzt, die den Einstieg von Kindern in das System der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung vorbereiten und ermöglichen. Dadurch soll für Familien mit besonderen Zugangshürden – darunter auch Familien mit Fluchthintergrund – die gesellschaftliche Integration und Partizipation gefördert werden.

Das Programm ist mit einer Laufzeit vom 01.04.2017 bis 31.12.2020 an rund 150 bundesweiten Standorten angesiedelt. Die Förderung umfasst die Bezuschussung einer Netzwerk- und Koordinierungsstelle, i. d. R. angesiedelt beim örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe. Gemeinsam mit den relevanten Akteurinnen und Akteuren vor Ort werden Angebote geschaffen, die das Ziel verfolgen, Zugänge in die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung zu erleichtern und/oder den Einstieg in das Regelsystem vorzubereiten.

Bezuschusst werden zudem Fachkraftstellen zur Umsetzung der Angebote, weiteres projektbegleitendes Personal sowie vorhabenbezogene Sachausgaben.

Die Angebote können in verschiedenen Einrichtungen im Sozialraum, beispielsweise in Kindertageseinrichtungen, Tagespflegestellen, Familienzentren, Mehrgenerationenhäusern und Nachbarschaftszentren umgesetzt werden.

Anhand der Standortkarte können Sie sich ein Bild darüber verschaffen, an welchen Standorten das Programm umgesetzt wird. Die Karte ermöglicht es den Kita-Einstieg-Vorhaben, sich untereinander zu vernetzen und informiert die interessierte Öffentlichkeit über die Umsetzung des Bundesprogramms an den einzelnen Standorten.

Das Programm „Kita-Einstieg“ verfolgt das Ziel, den Übergang von Kindern bzw. Familien in das Regelsystem der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung vorzubereiten bzw. zu erleichtern. Um Synergieeffekte zu schaffen, können Angebote im Rahmen des Bundesprogramms grundsätzlich auf bestehenden Initiativen und Angeboten vor Ort aufbauen bzw. diese auch inhaltlich oder räumlich erweitern, sofern sie bedarfsorientiert und dem Programmziel dienlich sind. Die einzelnen Projekte müssen dabei sowohl inhaltlich als auch finanztechnisch klar voneinander abgrenzbar sein.

Zu den Aufgaben der Koordinierungs- und Netzwerkstelle zählen:

  • die fortlaufende Erhebung der Bedarfe,
  • die Planung und Weiterentwicklung der Angebote vor Ort,
  • die Erarbeitung einer Konzeption und die kommunale Einbindung,
  • der Aufbau bzw. die Intensivierung von Kooperationen zwischen den beteiligten Akteuren im Sozialraum (u. a. mit den Anker-Kitas) sowie
  • die Durchführung von bzw. die Teilnahme an Netzwerktreffen.

Des Weiteren ist die Koordinierungs- und Netzwerkstelle verantwortlich

  • für die Koordination der (pädagogischen) Fachkräfte (Anleitung und Begleitung, Initiierung eines regelmäßigen Austauschs, ggf. Qualifizierung),
  • für die Öffentlichkeitsarbeit des Projekts,
  • für die finanzielle Projektplanung sowie
  • für das Berichtswesen.

Zu den Aufgaben der (pädagogischen) Fachkräfte gehören:

  • die Ansprache und Aktivierung der Zielgruppe (bspw. über aufsuchende Ansätze),
  • die Durchführung der Angebote vor Ort,
  • die Beratung, Begleitung und Information der Familien,
  • die Unterstützung der Koordinierungs- und Netzwerkstelle bei der konzeptionell-inhaltlichen Weiterentwicklung der Angebote und der Erstellung einer Konzeption im Programmverlauf,
  • die Zusammenarbeit mit den Anker-Kitas und anderen relevanten Akteurinnen und Akteuren im Sozialraum sowie
  • die Durchführung regelmäßiger Teambesprechungen und Anleitung ggf. (semi-)professioneller Teammitglieder.

Es sollen Angebote umgesetzt werden, die Kindern und Familien, die bisher nicht oder nur unzureichend von der institutionellen Kindertagesbetreuung erreicht wurden, den Einstieg in das System der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung erleichtern. Es können Informations- und Aufklärungsangebote für Familien, niedrigschwellige frühpädagogische Angebote für Kinder und Familien und/oder Qualifizierungsmaßnahmen für (pädagogische) Fachkräfte sowie weitere Personen entwickelt, erweitert und erprobt werden. Allgemeine Angebote zur Integration, bspw. Sprachkurse, sind nicht förderfähig. Eine beispielhafte Darstellung von Angeboten finden Sie im Dokument „Kita-Einstieg: Darstellung von möglichen Angeboten“.

Allgemeine Sprach- oder Integrationskurse sind im Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ nicht förderfähig. Hierfür existieren Angebots- und Kostenstrukturen über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und die Jobcenter, die ausdrücklich vorrangig zu nutzen sind.

Für die Dokumentation der Kita-Einstieg-Angebote reicht die Inhaberin bzw. der Inhaber der Koordinierungs- und Netzwerkstelle bei der Servicestelle einen Angebotssteckbrief und einen dazugehörigen Angebotsbericht ein. Ziel ist es nachzuvollziehen, wie die bedarfsgerechten und passgenauen Angebote vor Ort entwickelt und umgesetzt werden und wie damit die Ziele des Bundesprogramms erreicht werden. Der Angebotssteckbrief wird vor der Durchführung jedes geplanten Angebots ausgefüllt – spätestens jedoch zwei Wochen danach. Sobald ein Angebot abgeschlossen ist, abgebrochen oder grundlegend verändert wird, wird ein Angebotsbericht ausgefüllt. Die Eingabe der Angebotssteckbriefe und Angebotsberichte erfolgt wie das Monitoring über die Online-Plattform ProSPI (Projektverwaltung SPI).

Angebotssteckbriefe und -berichte stellen für den Zuwendungsempfänger einen Teil der Berichtspflichten dar.

Als pädagogische Fachkräfte gelten in der Regel Personen, die mindestens das Tätigkeitsmerkmal „Erzieherin“ bzw. „Erzieher“ haben. Bitte beachten Sie im Einzelfall die in den Bundesländern für pädagogische Fachkräfte bestehenden Bestimmungen.

Da die pädagogische Fachkraft unter Umständen neben den oben beschriebenen Aufgaben eine (an-) leitende Funktion im Team hat, ist es wesentlich, dass es sich um eine Person handelt, die für die Übernahme der mit den Kita-Einstieg-Angeboten verbundenen verantwortungsvollen Tätigkeiten geeignet ist.

Ja. Grundsätzlich sollen sich die Angebote an den Bedarfen vor Ort orientieren. Wenn sich diese ändern, sollten auch die Angebote angepasst werden. Ebenfalls ist es möglich, dass mit den Angeboten die ursprünglich festgelegten Ziele nicht erreicht werden. In diesem Fall sollte nachgesteuert werden. Im Rahmen des Berichtswesens (Angebotsbericht, Monitoring und Sachbericht im Rahmen des Zwischennachweises) werden die Vorhaben aufgefordert, die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse darzustellen.

Der Zugang zur Kindertagesbetreuung ist ein wichtiges Kriterium für den Erfolg des Programms. Deshalb soll jedes durchgeführte Angebot des Angebotstyps 1 (Aufklärungs- und Informationsangebote) und des Angebotstyps 2 (niedrigschwellige frühpädagogische Angebote) mit Kitas kooperieren. Dafür sollten die beteiligten Kindertageseinrichtungen möglichst früh in die Konzeption der Angebote eingebunden werden. Dies kann auf unterschiedliche Weise erfolgen:

Variante 1: Die zusätzlichen, durch das Programm geförderten Fachkraftstellen für den Kita-Einstieg sind in einer Kindertageseinrichtung beschäftigt und realisieren in der Einrichtung die Kita-Einstieg-Angebote. Wichtig ist in diesem Fall eine klare Trennung der Aufgabenbereiche. Die zusätzlichen Fachkräfte dürfen nicht zur Abdeckung des regulären Kita-Betriebs eingesetzt werden, sondern sollen zusätzliche Angebote für den Kita-Einstieg realisieren. Das können auch gemeinsame Aktivitäten mit den Regelgruppen sein. Kita-Einstieg-Angebote, die in Kindertageseinrichtungen stattfinden, unterscheiden sich von den regulären Plätzen insofern, als dass sie sich an eine klar definierte Zielgruppe richten (Kinder, die noch keine Kita bzw. Kindertagespflege besuchen) und temporär angelegt sind.

In einigen Fällen benötigen auch Familien von Kindern, die schon einen Kita-Platz haben, zusätzliche Unterstützung beim Einstieg bzw. Ankommen in der Kindertagesbetreuung. Daher ist es im Einzelfall möglich, in enger Absprache mit der Kita auch mit diesen Familien zu arbeiten. Zu beachten ist dabei, dass solche Angebote in der Kita den neu ankommenden Kindern und Familien nur für eine begrenzte Zeit zur Verfügung stehen sollten. So kann z. B. in den ersten Monaten des Kita-Besuchs eine Beratung für neue Kita-Eltern angeboten werden, um alle Fragen und Unklarheiten zu besprechen. Wichtig ist, dass solche Angebote nicht gewöhnliche Kita-Aufgabengebiete (wie z. B. Elternarbeit) ersetzen und im Fall eines dauerhaften Begleitungsbedarfs entsprechende Hilfsangebote bspw. über das Jugendamt eingeleitet werden.

Variante 2: Für Angebote, die außerhalb von Kindertageseinrichtungen umgesetzt werden, ist eine Kooperation mit einer oder mehreren (nahe gelegenen) Kita(s) unerlässlich. Über die Kooperation wird sichergestellt, dass die Kita-Einstieg-Angebote bspw. über gegenseitige Besuche oder Hospitationen die Gelegenheit bieten, Kontakte mit Kitas zu knüpfen und erste persönliche Begegnungen zu ermöglichen.

Wenn vorab nicht genau bestimmt werden kann, welche Kita das sein sollte, da mehrere Kitas im Sozialraum eingebunden sind und das Angebot nicht örtlich festgelegt ist, kann eine Kita auch stellvertretend für weitere benannt werden.

Ein Vorteil für die Anker-Kitas ist es, dass der Übergang der Kinder, die über ein Kita-Einstieg-Angebot den Weg in die Kita finden, bereits vorbereitet ist. Im besten Fall ist das Betreuungssetting durch das Kita-Einstieg-Angebot schon Alltag und Barrieren zur Kindertagesbetreuung bereits abgebaut.

Die beteiligten Kitas profitieren durch den Kontakt zum Bundesprogramm von dem umfänglichen Informationspool und den programmbegleitenden Materialien, die den Vorhaben zur Verfügung gestellt werden.

Darüber hinaus können sie das Netzwerk nutzen, welches sich im Rahmen von Kita-Einstieg zusammenfindet und können Unterstützung erhalten wie z. B. bei Anlaufstellen im Sozialraum, bei der Bearbeitung spezieller Themen wie Traumata oder bei Übersetzungsdiensten etc..

Es gibt die Möglichkeit, die Fachkräfte der Anker-Kitas im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen fortzubilden. Damit erhalten sie die Gelegenheit, notwendige Kompetenzen und Qualifikationen auszubauen.

In ihrer Kita-Konzeption können die kooperierenden Kitas ihr Profil schärfen und damit eine besondere Stellung im Sozialraum einnehmen.

Die Zusammenarbeit zwischen der Koordinierungs- und Netzwerkstelle, den Kita-Einstieg-Fachkräften und den Kitas, mit denen kooperiert wird, gemeinsam zu planen und in einer schriftlich fixierten Kooperationsvereinbarung auszugestalten, ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Kita-Einstieg-Projekte. Entsprechend des Bedarfs vor Ort, des jeweiligen Angebotsinhalts und der bestehenden Rahmenbedingungen können Kooperationen sehr unterschiedlich aussehen.

Über eine Kooperationsvereinbarung wird sichergestellt, dass sich die Partnerinnen und Partner regelmäßig austauschen. Die Kooperationsvereinbarung selbst muss bei der Planung eines jeden Angebots gemeinsam mit der beteiligten Kita ausgearbeitet und verschriftlicht werden. Sie beinhaltet Eckpunkte, Aufgaben, Meilensteine und Ziele der Zusammenarbeit sowie Ansprechpartnerinnen bzw. -partner.

Es liegt in der Verantwortung jedes Fördervorhabens, die Kooperationsvereinbarungen so zu gestalten, dass sie sowohl für das jeweilige Angebot als auch für die Kindertageseinrichtung passend und zielführend sind und dass alle Seiten von der vereinbarten Zusammenarbeit profitieren.

Eine Kooperationsvereinbarung muss für jedes Kita-Einstieg-Angebot des Angebotstyps 1 (Aufklärungs- und Informationsangebote) und des Angebotstyps 2 (niedrigschwellige frühpädagogische Angebote) geschlossen werden. Für Angebote des Typs 3 (Qualifizierungsmaßnahmen) müssen keine Vereinbarungen zwischen dem Kita-Einstieg-Angebot und einer Kita vorliegen.

Die Fördermittel werden als Gesamtbudget zur Verfügung gestellt. Das bedeutet, dass die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe mit dem Einsatz der Fördermittel innerhalb ihrer Kita-Einstieg- Angebote und -Strukturen flexibel planen können. Allerdings ist zu beachten, dass die Einrichtung einer Koordinierungs- und Netzwerkstelle verpflichtend ist.

Nach Bewilligung ist der Finanzierungsplan hinsichtlich seines Gesamtergebnisses (=Gesamtausgaben) verbindlich. Es wird zudem erwartet, dass die Eigen- und/oder Drittmittel vollständig in der pro Kalenderjahr erklärten Höhe erbracht werden. Verschiebungen zwischen den Einzelpositionen „Personalausgaben“ und „sonstige Sachausgaben“ sind bis zu 20% ohne Änderungsantrag möglich.

Im Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ erarbeiten die Vorhaben im Programmverlauf eine Konzeption. Die Konzeption ist ein zentrales Steuerungs- und Koordinierungsinstrument, das den Rahmen für die Projektumsetzung bildet. In der Konzeption wird zum einen festgehalten, in welchem Rahmen Angebote für den Kita-Einstieg entwickelt und erprobt werden und wie die Integration von Kindern in das Regelangebot begünstigt werden kann. Zum anderen können in der Konzeption Werte, Handlungsweisen und Qualitätsansprüche an Ihre Arbeit unterlegt werden. Sie bietet damit ein effektives Hilfsmittel für einen kontinuierlichen Lernprozess in der Praxis, um sich im Umsetzungsprozess zu versichern, wo man steht und was zukünftig erwartet wird, um Strategien neu auszurichten sowie die Nachhaltigkeit zu sichern.

Zur Unterstützung der Vorhaben bei der Konzeptionsentwicklung stehen der „Leitfaden zur Konzeptionsentwicklung“ sowie ein dazugehöriger „Kriterienkatalog zur Ausgestaltung der Konzeptionen“ zur Verfügung.

Die Sichtung erster Konzeptionsentwürfe durch die Servicestelle Kita-Einstieg ist für die unterstützende Beratung mit dem Zwischennachweis 2018 im Jahr 2019 geplant. Auch nach diesem Termin können und sollen die Konzeptionen weiterbearbeitet werden. Eine Fertigstellung soll laut Fördergrundsätzen bis zum Ende der Programmlaufzeit erfolgen, eine Weiterentwicklung der Konzeptionen ist selbstverständlich auch darüber hinaus anzustreben.

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