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FAQs zum Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“

Alle FAQs zum Bundesprogramm „Kita-Einstieg" (PDF, 304 KB, nicht barrierefrei)

Ausgewählte Fragen und Antworten zum Bundesprogramm „Kita-Einstieg“

Das Programm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ verfolgt das Ziel, den Übergang von Kindern bzw. Familien in das Regelsystem der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung vorzubereiten bzw. zu erleichtern. Um Synergieeffekte zu schaffen, können Angebote im Rahmen des Bundesprogramms grundsätzlich auf bestehenden Initiativen und Angeboten vor Ort aufbauen bzw. diese auch inhaltlich oder räumlich erweitern, sofern sie bedarfsorientiert und dem Programmziel dienlich sind. Die einzelnen Projekte müssen dabei sowohl inhaltlich als auch finanztechnisch klar voneinander abgrenzbar sein.

Durch das Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ können keine neuen Kita-Plätze geschaffen oder finanziert werden. Im Rahmen der Förderung durch das Bundesprogramm können aber z. B. Welcome-Gruppen für geflüchtete Kinder aufgebaut werden mit dem Ziel, diese mittelfristig in reguläre Plätze umzuwandeln. Die Schaffung neuer Kita-Plätze wird mit den Investitionsprogrammen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ unterstützt.

Es sollen Angebote umgesetzt werden, die Kindern und Familien, die bisher nicht oder nur unzureichend von der institutionellen Kindertagesbetreuung erreicht wurden, den Einstieg in das System der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung erleichtern. Es können Informations- und Aufklärungsangebote für Familien, niedrigschwellige frühpädagogische Angebote für Kinder und Familien und/oder Qualifizierungsmaßnahmen für (pädagogische) Fachkräfte sowie weitere Personen entwickelt, erweitert und erprobt werden. Allgemeine Angebote zur Integration, bspw. Sprachkurse, sind nicht förderfähig. Eine beispielhafte Darstellung von Angeboten finden Sie im Dokument „Kita-Einstieg: Darstellung von möglichen Angeboten“ (PDF, 551 KB, nicht barrierefrei).

Grundsätzlich sollen sich die Angebote an den Bedarfen vor Ort orientieren. Wenn sich diese ändern, sollten auch die Angebote angepasst werden. Ebenfalls ist es möglich, dass mit den Angeboten die ursprünglich festgelegten Ziele nicht erreicht werden. In diesem Fall sollte nachgesteuert werden. Im Rahmen des Berichtswesens (Angebotsberichte, Monitoring und Sachbericht) werden Sie aufgefordert, die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse darzustellen.

Allgemeine Sprach- oder Integrationskurse sind im Bundprogramm „Kita-Einstieg“ nicht förderfähig. Hierfür existieren Angebots- und Kostenstrukturen über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und die Jobcenter, die ausdrücklich vorrangig vor einer zuwendungsgeförderten Struktur sind.

Die Kinderbetreuung für Eltern, die einen Integrationskurs besuchen, wird durch das BAMF gefördert. Eine Förderung der Kinderbetreuung über das Programm „Kita-Einstieg“ kann allerdings in Betracht kommen, wenn nachgewiesen werden kann, dass es zu keiner BAMF-geförderten Kinderbetreuung kommen kann, z. B. weil der Integrationskursträger in der Region keine Kurse anbietet.

Zu beachten ist, dass die über das Programm „Kita-Einstieg“ angebotene Kinderbetreuung für das einzelne Kind befristet angelegt sein und als vorrangiges Ziel der Wechsel in das Regelsystem verfolgt werden muss. Die geplanten Kurse und die begleitende Kinderbetreuung sollten inhaltlich mit dem Förderziel, den Zugang zur Kindertagesbetreuung vorzubereiten und unterstützend zu begleiten, verknüpft sein. 

Zu den Aufgaben der Koordinierungs- und Netzwerkstelle zählen die fortlaufende Erhebung der Bedarfe, die Planung und Weiterentwicklung der Angebote vor Ort, die Erarbeitung einer Rahmenkonzeption und die kommunale Einbindung, der Aufbau bzw. die Intensivierung von Kooperationen zwischen den beteiligten Akteuren im Sozialraum (u. a. mit der Anker-Kita) sowie die Durchführung von bzw. die Teilnahme an Netzwerktreffen. Des Weiteren ist die Koordinierungs- und Netzwerkstelle verantwortlich für die Koordination der (pädagogischen) Fachkräfte (Anleitung und Begleitung, Initiierung eines regelmäßigen Austauschs, ggf. Qualifizierung), für die Öffentlichkeitsarbeit des Projekts, die finanzielle Projektplanung sowie das Berichtswesen. 

Zu den Aufgaben der (pädagogischen) Fachkräfte gehören die Ansprache und Aktivierung der Zielgruppe (bspw. über aufsuchende Ansätze), die Durchführung der Angebote vor Ort, die Beratung, Begleitung und Information der Familien sowie die Unterstützung der Koordinierungs- und Netzwerkstelle bei der konzeptionell-inhaltlichen Weiterentwicklung der Angebote und der Rahmenkonzeption im Programmverlauf. Weiterhin arbeiten die Fachkräfte mit der Anker-Kita und anderen relevanten Akteurinnen und Akteuren im Sozialraum zusammen, führen regelmäßige Teambesprechungen durch und leiten ggf. (semi-)professionelle Teammitglieder an.

Als pädagogische Fachkräfte gelten in der Regel Personen, die mindestens das Tätigkeitsmerkmal „Erzieherin“ bzw. „Erzieher“ haben. Bitte beachten Sie im Einzelfall die in den Bundesländern für pädagogische Fachkräfte bestehenden Bestimmungen.

Da die pädagogische Fachkraft unter Umständen neben den oben beschriebenen Aufgaben eine (an-)leitende Funktion im Team hat, ist es wesentlich, dass es sich um eine Person handelt, die für die Übernahme der mit den Kita-Einstiegs-Angeboten verbundenen verantwortungsvollen Tätigkeiten geeignet ist.

Der Zugang zur Kindertagesbetreuung ist ein wichtiges Kriterium für den Erfolg des Programms. Deshalb soll jedes durchgeführte Angebot des Angebotstyps 1 (Aufklärungs- und Informationsangebote) und des Angebotstyps 2 (niedrigschwellige frühpädagogische Angebote) mit einer Anker-Kita kooperieren. Dafür sollten die beteiligten Kindertageseinrichtungen möglichst früh in die Konzeption der Angebote eingebunden werden. Dies kann auf unterschiedliche Weise erfolgen:

Variante 1: Die zusätzlichen, durch das Programm geförderten Fachkraftstellen für den Kita-Einstieg sind in einer Kindertageseinrichtung beschäftigt und realisieren in der Einrichtung die Kita-Einstiegs-Angebote. Wichtig ist in diesem Fall eine klare Trennung der Aufgabenbereiche. Die zusätzlichen Fachkräfte dürfen nicht zur Abdeckung des „normalen“ Kita-Betriebs eingesetzt werden, sondern sollen zusätzliche Angebote für den Kita-Einstieg realisieren. Das können auch gemeinsame Aktivitäten mit den Regelgruppen sein. Kita-Einstiegs-Angebote, die in einer Kindertageseinrichtung stattfinden, unterscheiden sich von den regulären Plätzen insofern, als dass sie sich an eine klar definierte Zielgruppe richten und temporär angelegt sind.

Variante 2: Für Angebote, die außerhalb von Kindertageseinrichtungen umgesetzt werden, ist eine Kooperation mit einer oder mehreren (nahe gelegenen) Anker-Kita(s) unerlässlich. Über die Kooperation wird sichergestellt, dass die Kita-Einstiegs-Angebote bspw. über gegenseitige Besuche oder Hospitationen die Gelegenheit bieten, Kontakte mit einer Kita zu knüpfen und erste persönliche Begegnungen zu ermöglichen.

Die Zusammenarbeit zwischen Koordinierungs- und Netzwerkstelle, den Kita-Einstiegs-Fachkräften und der Anker-Kita gemeinsam zu planen und in einer schriftlich fixierten Kooperationsvereinbarung auszugestalten, ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Koordinierungs- und Netzwerkstellen. Entsprechend des Bedarfs vor Ort, des jeweiligen Angebotsinhalts und der bestehenden Rahmenbedingungen können Kooperationen sehr unterschiedlich aussehen. 

Über eine Kooperationsvereinbarung wird sichergestellt, dass die Partner sich regelmäßig austauschen. Die Kooperationsvereinbarung selbst muss bei der Planung eines jeden Angebots gemeinsam mit der beteiligten Kita ausgearbeitet und verschriftlicht werden. Sie beinhaltet Eckpunkte, Aufgaben, Meilensteine und Ziele der Zusammenarbeit sowie Ansprechpartnerinnen bzw. Ansprechpartner. 

Es liegt in der Verantwortung jedes Fördervorhabens, die Kooperationsvereinbarungen so zu gestalten, dass sie sowohl für das jeweilige Angebot als auch für die Kindertageseinrichtung passen und zielführend sind, und dass alle Seiten von der vereinbarten Zusammenarbeit profitieren.

Eine Kooperationsvereinbarung muss für jedes Kita-Einstiegs-Angebot des Angebotstyps 1 (Aufklärungs- und Informationsangebote) und des Angebotstyps 2 (niedrigschwellige frühpädagogische Angebote) geschlossen werden. Für Angebote des Typs 3 (Qualifizierungsmaßnahmen) muss keine Vereinbarung zwischen dem Kita-Einstiegs-Angebot und einer Anker-Kita vorliegen.

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