Logo des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Zusatzlogo: Gezeichnetes Kind springt auf farbigen rechteckigen Blöcken.

Mit dem Transporter quer durch Alzey-Worms

Seit 2017 nimmt die Kreisverwaltung Alzey-Worms in enger Kooperation mit dem DRK-Kreisverband Alzey e.V. am Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ teil. Um Familien mit Migrations- und Fluchthintergrund mit dem System der Kindertagesbetreuung vertraut zu machen, werden an dem ländlich geprägten Standort neben der mobil aufsuchenden Arbeit kostenlose Programme für Eltern und ihre Kinder angeboten. Dabei stehen neben der Förderung von Kindern der Austausch unter den Familien sowie die Möglichkeit der Qualifizierung von Müttern für einen Einstieg in die Kindertagesbetreuung im Fokus.

Ein weißes Auto auf einem Parkplatz mit der Aufschrift "Kids Care"Das „Kids and Care – Mobil” in Alzey-Worms

Mit dem „Kids and Care – Mobil“ quer durch den Landkreis

Bereits seit 2016 tourt das „Kids and Care – Mobil“ durch den Landkreis Alzey-Worms. Bei dem Angebot handelt es sich um eine mobile Eltern-Kind-Spielgruppe für Familien mit Kindern im nicht schulpflichtigen Alter mit Migrations- oder Fluchterfahrung. Um die Familien im Landkreis zu erreichen, wurde der Transporter angeschafft. Dieser wurde so umgebaut, dass im Kofferraum Spieleboxen verstaut werden können. In den insgesamt 18 Boxen befindet sich jeweils eine Spieleinheit mit geeigneten Spielmaterialien. Um die Familien mit dem System der Kindertagesbetreuung vertraut zu machen, erhalten sie durch die aufsuchenden Fachkräfte umfassende Informationen und Beratung. Schwerpunkt des niedrigschwelligen Angebots ist eine spielerische Sprachförderung für die Kinder. Anhand von Bildern bauen die Fachkräfte auch in der Kommunikation mit den Familien Sprachbarrieren ab. Beim ersten Besuch überreichen sie den Familien eine Stofftasche mit einer Brotdose, Spielen und Broschüren. Eine feste Ansprechperson begleitet die Familien während der Kita-Eingewöhnung und auch in der Zeit danach.

Vier Frauen und ein Mann sitzen auf Bodenmatten mit ihren Kleinstkindern.Eltern mit ihren Kindern in einer „SpieKo“ -Gruppe

Förderangebote und Austausch - die Programme „ElBa“ und „SpieKo“

Neben der mobil aufsuchenden Gesprächsarbeit wurden an verschiedenen Standorten im Landkreis auch die beiden Programme „ElBa“ und „SpieKo“ geschaffen. Mit der Förderung durch das Bundeprogramm „Kita-Einstieg“ können die Familien kostenfrei an den beiden Angeboten teilnehmen. Das Spiel- und Bewegungsprogramm „ElBa“ richtet sich an Eltern und ihre Babys ab der 4. Lebenswoche bis zu einem Jahr. In den Kursen nehmen sich die Teilnehmenden bewusst Zeit füreinander. Die Entwicklung des Kindes wird mit speziellen Übungen durch eine Fachkraft im „Kita-Einstieg“ spielerisch begleitet. Frau Meding leitet die „ElBa-Gruppen“ im Landkreis Alzey-Worms. „Die Treffen haben immer einen bestimmten Ablauf. Wir starten mit einem Begrüßungslied und einer festen Einheit für die Babys. Anschließend bleibt noch genug Zeit für Fragen und ein Verabschiedungslied“, berichtet sie. „SpieKo“ ist eine angeleitete Spiel- und Kontaktgruppe, die sich an Eltern und ihre Kinder ab einem Jahr richtet. Bei den Treffen erhalten die Eltern neue Spielanregungen und Ideen für den Alltag. „Neben den Förderangeboten für die Kinder sind der offene Austausch und die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen wesentliche Elemente beider Programme“, erzählt Frau Meding.

Dranbleiben lohnt sich – der Weg zur Kindertagespflegeperson

„Wir möchten Müttern mit Migrations- oder Fluchthintergrund Qualifizierungen anbieten und sie damit stufenweise in das System der Kindertagesbetreuung integrieren. Wir zeigen ihnen eine Perspektive auf“, berichtet Falk Diergarten, Leiter der Geschäftsstelle DRK-Kreisverband Alzey. Die Qualifizierungen im Bereich der „Familienbildung“ bauen aufeinander auf, beginnend mit einer Qualifizierung zur „Babysitterin“, die an einem Wochenende erfolgt. Darauf aufbauend kann die Qualifizierung zur Anleitung der ElBa- und SpieKo-Gruppen erfolgen. Und als drittes besteht im Anschluss die Möglichkeit, eine Qualifizierung als Kindertagespflegeperson zu absolvieren. „Für die Qualifizierung zur Kindertagespflegeperson müssen die Deutschkenntnisse schon auf einem hohen Niveau sein, daher ist es uns sehr wichtig, dass alle Qualifizierungen sprachlich gut begleitet werden“, erläutert Falk Diergarten.

Frau Keziban Altinpinar hat alle drei Stufen durchlaufen und berichtet von ihrer Motivation: „Für mich war schon immer klar, dass ich etwas mit Kindern machen möchte. Ich bin froh, dass ich die einzelnen Qualifizierungen, inklusive der zur Kindertagespflegeperson durchlaufen habe und hatte große Freude dabei.“ Sie hat sich jedoch schon das nächste Ziel gesetzt: „Zukünftig möchte ich in einer Kita als Integrationskraft arbeiten.“

 

Eine Frau auf dem Spielplatz trägt ein Kind auf dem Arm. Daneben zwei weitere Kinder auf einem Klettergerüst.Mitarbeiterin des DRK mit Kindern in Alzey-Worms während des Spielens im Außenbereich einer Kita.

Ein gutes Netzwerk und motivierte Fachkräfte - Erfolge in Alzey-Worms

Im Landkreis Alzey-Worms wurden mit den niedrigschwelligen Angeboten im „Kita-Einstieg“ bereits 470 Kinder erreicht. Den Familien wurden 150 Schnupperbesuche in Kitas ermöglicht und es konnten 62 Eingewöhnungen begleitet werden. Die Erfolge in Alzey-Worms hängen vor allem mit den motivierten Fachkräften sowie dem sehr guten Netzwerk vor Ort zusammen. Der DRK-Kreisverband Alzey e.V. pflegt unter anderem intensive Kontakte mit Ehrenamtlichen, den Mehrgenerationenhäusern, dem Kreisjugendamt, den Kitafachkräften sowie Dolmetscherinnen und Dolmetschern. Falk Diergarten sieht den Schlüssel für die Programmerfolge in den unbürokratischen, niedrigschwelligen Angeboten. „Wir sind einfach da und zeigen den Familien, dass wir uns auf sie freuen. Viele von ihnen ergreifen dann die Chance, eben weil es so einfach ist und die Angebote kostenfrei sind.“ Mit den Mitteln des Bundesprogramms „Kita-Einstieg“ konnte außerdem das Info-Heft „Herzlich Willkommen im Leben“ für werdende Eltern in leichter Sprache und mit vielen Bildern entstehen. Das Heft enthält unter anderem Informationen zu Gesundheitseinrichtungen sowie Beratungsstellen im Landkreis Alzey-Worms und erklärt Begriffe rund um die Schwangerschaft.

(Mai 2020) 

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