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Fachtag zu sechs Jahren „Kita-Einstieg“ in Hamburg

Logo Kita-Einstieg in Hamburg

Am 4. Oktober 2022 fand die Abschlusstagung „Familien auf dem Weg in die Frühe Bildung: Hürden abbauen, Zugänge schaffen. Erfahrungen aus knapp 6 Jahren ‚Kita-Einstieg-Hamburg‘!“ statt. Rund 80 Personen, darunter pädagogische Fachkräfte, Studierende der HAW, Projektbeteiligte sowie Vertreterinnen und Vertreter von Behörden und Verbänden, nahmen teil. Moderatorin Stephanie Zietz führte in den Hamburger Bücherhallen durch das Programm.

Erörtert wurden u.a. die Fragen: Welche Erfahrungen und Erfolge gibt es nach sechs Jahren „Kita-Einstieg“ in Hamburg? Welche Hürden existieren bei den Familien? Und wie können diese abgebaut und mit den Familien Kontakt aufgenommen werden? Hierzu stellte das Kita-Einstieg-Team seine Erfahrungen aus knapp 6 Jahren Projektarbeit den anwesenden Expertinnen und Experten vor. Zudem präsentierte die Projektleitung Sandra Berkling Lösungsansätze, wie Bestandteile aus dem Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ am Standort Hamburg erhalten bleiben können.

Janina Bauhaus, der Leitung der Hamburger Bücherhallen, hieß die Gäste der Veranstaltung herzlich willkommen. Danach richtete Senatorin Dr. Melanie Leonhard, Präses der Hamburger Sozialbehörde, ein digitales Grußwort an die Teilnehmenden. Darin bestärkte sie die Rolle der Koordinierungsstelle bei der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Hamburg e.V. (AGFW). Sie bedankte sich für die konstruktive Zusammenarbeit. Dr. Dirk Bange, Leiter der Abteilung Familie und Kindertagesbetreuung der Sozialbehörde, thematisierte in seinem sich anschließenden Grußwort die Herausforderungen hinsichtlich der Verstetigung der Angebote über die Laufzeit des Bundesprogramms hinaus.

Erfolge und Herausforderungen im „Kita-Einstieg“ in Hamburg

Sandra Berkling, Projektleitung des „Kita-Einstiegs“ in Hamburg, stellte danach die Erfolge und Herausforderungen am Standort seit Projektstart im April 2017 dar. Von Beginn an setzte das Konzept in Hamburg auf vier Pfeiler:

  • Begleitung von Familien: Kita-Kulturlotsinnen und -lotsen beraten Familien, unterstützen bei der Kitaplatzsuche und führen niedrigschwellige pädagogische Angebote durch.
  • Qualifizierung: Qualifizierungskräfte organisieren ein trägerübergreifendes und kostenloses Fortbildungsprogramm für pädagogische Fachkräfte, Leitungspersonal und Freiwillige.
  • Sprachmittlung: Kita-Einstieg vermittelt Sprachmittelnde an Einrichtungen der frühkindlichen Bildung.
  • Vernetzung: Kita-Einstieg ist mit diversen Kooperationspartnerinnen und -partnern im Sozialraum und überregional vernetzt.

Das Projekt wird in Hamburg einzigartig als Verbundprojekt von acht Kita-Anbieterverbänden umgesetzt. Bei der Koordinierungsstelle arbeiten sechs Mitarbeitende für elf Standorte mit 14 Kita-Kulturlotsinnen und -lotsen. In Hamburg wurden zwischen 2018 bis Ende Juni 2022 über 1.200 Kinder in Kitas vermittelt und mehr als 4.700 Eltern beraten. Rund 4.500 Menschen haben an den pädagogischen Angeboten teilgenommen. Das Schulungsangebot der sieben Qualifizierungskräfte wurde von mehr als 5.000 Teilnehmenden wahrgenommen. Das ist ein großer Erfolg. Die vollständigen Ergebnisse der Evaluation finden sich im Schlussbericht.

Herausforderungen im Kita-Einstieg-Projekt bei der Unterstützung der Familien stellten insbesondere fehlende Kitaplätze sowie der Personalmangel in den Einrichtungen dar. Hochschwellige Anforderungen beim Antragsverfahren für einen Kita-Platz wurden zudem durch Sprachbarrieren verstärkt. Eine weitere Herausforderung war es, die Kita-Einstieg-Angebote vor Ort bekannt zu machen. Doch nach einigen Monaten waren die Fachkräfte und Einrichtungen bekannt und die Familien kamen auf das Kita-Einstieg-Team zu.

In der folgenden Gesprächsrunde, in der u.a. Forderungen nach Projekten wie „Kita-Einstieg“ und der Bedarf an einer umfassenden Kita-Sozialraumarbeit deutlich wurden, nahmen teil:

  • Dr. Dirk Bange (Sozialbehörde),
  • Sandra Berkling (Kita-Einstieg Hamburg)
  • Dr. Susanna Jeschonek-Seidel (Elbkinder Vereinigung Hamburger Kitas, Qualifizierungskraft bei Kita-Einstieg Hamburg)
  • Marion Koch (Evangelische Stiftung Alsterdorf, Kita-Kulturlotsin)
  • Christine Jakobi (Sozialberatung „Haus am See Hohenhorst“)
  • Amrit Kaur Bajwa (Klientin aus der Beratung von Kita-Einstieg).

Alle Teilnehmenden waren sich darin einig, dass Familien vor allem von der aufsuchenden, niedrigschwelligen und wohnortnahen Unterstützung profitieren. Insbesondere die Schilderungen von Amrit Kaur Baiwa zeigten die Potenziale der Arbeit von Kita-Einstieg anschaulich auf: Wie komme ich an einen Kita-Platz? Was passiert, wenn wir eine neue Wohnung finden? Wen kann ich überhaupt ansprechen, wenn ich Fragen habe? Mit all diesen Fragen konnte sich Amrit Kaur Baiwa vertrauensvoll an ihre Ansprechpartnerin Marion Koch wenden.

Zugangshürden in der Frühen Bildung – Was hemmt, was hilft?

In einem weiterführenden Impulsvortrag stellte Prof. Dr. Nina Hogrebe von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) Forschungsergebnisse vor. Im Bildungsbericht wird deutlich, dass sich die Betreuungswünsche von Eltern mit und ohne Migrationshintergrund nur sehr gering unterscheiden – allerdings können Familien mit Migrationshintergrund ihre Betreuungswünsche weniger gut realisieren. Dabei wird die Bedeutung von gezielten Informationen und niedrigschwelligen Angeboten in mehreren wissenschaftlichen Studien betont.

Wie geht es nun weiter in Hamburg?

Am Ende des Fachtags blieb eine Frage offen: Wie geht es mit Blick auf das Auslaufen des Projekts nun weiter? Darüber, wie die Angebote von „Kita-Einstieg“ in Hamburg verstetigt werden können, ist noch nicht endgültig entschieden: Die AGFW, bei der die Koordinierungsstelle von Kita-Einstieg angesiedelt ist, und die Sozialbehörde befinden sich derzeit im Gespräch darüber, ob und wie verschiedene Kita-Kulturlotsinnen- und lotsenstandorte und die Sprachmittlung gesichert werden können. Das Ergebnis wird spätestens Mitte November erwartet. Fest steht, dass das Qualifizierungsprogramm sowie das mobile Schulungsangebot in das reguläre Fortbildungsangebot der Kita-Träger eingegliedert werden. Auch die Projekt-Homepage und die digitale Elterninfo mit Erklärvideos werden erhalten bleiben.

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