Logo des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Zusatzlogo: Gezeichnetes Kind springt auf farbigen rechteckigen Blöcken.

Der „Einstieg“ in die Landeshauptstadt Schwerin

Ein Kind stapelt Würfel.Flyer des Schweriner „Kita-Einstieg“.

Seit 2017 nimmt die Landeshauptstadt Schwerin gemeinsam mit der Caritas und dem Internationalen Bund am Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ teil. „Das Bundesprogramm kam wie gerufen, denn es fehlte an niedrigschwelligen Zugängen, um Familien zu erreichen, die noch nicht an die Kindertagesbetreuung angebunden waren“, berichtet Ulrike Just, Leiterin der Fachstelle Integration bei der Landeshauptstadt Schwerin. 

Welche Angebote braucht es?

Das Bundesprogramm ermöglicht viele verschiedene Wege und Möglichkeiten, um Familien an das System der Kindertagesbetreuung heranzuführen. Ulrike Just erzählt, dass zu Beginn einige Fragen geklärt werden mussten – „Welche Angebote wollen wir machen? Welche Schwerpunkte können wir dabei setzen? Und wie lang ist die ‚Brücke‘ in die frühe Bildung?“ Als sich der Bedarf an niedrigschwelligen Spielangeboten herauskristallisiert hat, entschied das Kita-Einstiegsteam mit zwei Eltern-Kind-Gruppen zu starten.

Elternberatung und „Kita-Alltag-light“

Die Eltern-Kind-Gruppen werden von der Caritas und dem Internationalen Bund angeboten. Sie finden in festen Gruppen mit 15 Kindern und ihren Eltern statt, die jeweils von einer pädagogischen und einer nicht-pädagogischen Fachkraft begleitet werden. Die Angebote sind eine Kombination aus Elterninformation und der pädagogischen Arbeit mit Kindern. Die Eltern bekommen alle nötigen Informationen – von der Kita-Platz-Suche über die Antragstellung bis zum typischen Tagesablauf in einer Kita. Dabei werden mögliche Ängste abgebaut und das Vertrauen in das System der frühkindlichen Bildung gestärkt. Gleichzeitig erfahren die Kinder einen „Kita-Alltag light“ und werden so mit pädagogischer Begleitung auf die Kita vorbereitet.

Die Nachfrage ist hoch. Die Familien empfehlen sich die Angebote untereinander weiter. „Die Eltern haben eine riesige Motivation, an den Gruppen kontinuierlich teilzunehmen und ihre Kinder auf den richtigen Weg zu bringen. Auch um die eigenen Sprachkenntnisse zu erweitern“, erzählt Stefanie Trost, Projektverantwortliche beim Internationalen Bund. Darüber hinaus finden Aktionstage wie zum Thema Zahngesundheit mit Profilaxe und Aufklärung statt, Offene Lesestunden in der Stadtbibliothek und Sommerfeste mit Spielangebote, Eiswagen und Kinderschminken.

 

Kinder spielen unter einem großen Zelt mit verschiedenen Spielsachen und Spielgeräten.Sommerfest des Schweriner „Kita-Einstieg“ 2019 auf dem Gelände des Internationalen Bundes.
Kinder und zwei Erwachsene von einem Eiswagen.Eiswagen auf dem Sommerfest des Schweriner „Kita-Einstieg“ 2019.
Ein Mädchen putzt einem Stoffkrokodil die Zähne.Zahnputztag im Schweriner „Kita-Einstieg“ mit Kroko und Zahnprofilaxe.

Besonders hilfreich - Austausch und Netzwerkarbeit

Jana Amtsberg besetzt seit Januar 2019 die Koordinierungs- und Netzwerkstelle in der Landeshauptstadt Schwerin. Ihr Augenmerk richtet sie besonders auf die Jüngsten in unserer Gesellschaft, „denn hier muss man ansetzen, um Chancengleichheit herzustellen!“ Viel Unterstützung erfährt sie von dem bereits bestehenden „Netzwerk Migration“, das in der Landeshauptstadt als Multiplikator wirkt. Der Austausch mit Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartner aus Verbänden, Verwaltung, Institutionen, Ämtern und Beratungsstellen hilft sehr. Es werden Bedarfe erkannt, Informationen verbreitet und gemeinsam Lösungen für Herausforderungen gefunden. „Viele Träger haben so von unseren Angeboten im ‚Kita-Einstieg‘ erfahren“, erzählt Jana Amtsberg. Eine weitere wichtige Partnerin für den Austausch ist für sie die Koordinierungs- und Netzwerkstelle im nahegelegenen Hamburg: „Die Fragestellungen und Herausforderungen sind oft ähnlich und wir können uns über die gesammelten Erfahrungen aber auch Strategien austauschen“.

Fortbildungen – die hohe Nachfrage verdeutlicht den Bedarf

In Zusammenarbeit mit weiteren Bildungsprojekten werden im Schweriner „Kita-Einstieg“ Fortbildungen angeboten. Ob aus dem Jobcenter, den Hilfen für Erziehung oder aus der Kita – die Fortbildungen stehen allen pädagogischen Fachkräften offen, die mit Familien zusammenarbeiten. Ziel ist dabei, das gesamte Beratungs- und Hilfenetzwerk in Schwerin zu stärken. Zuletzt ging es dabei um die Zusammenarbeit mit Familien, insbesondere um das gegenseitige Verständnis für kulturelle Unterschiede oder um Traumasensibilität und Traumapädagogik. „Die Fortbildungen kommen an und sind wichtig! Die nächsten Fortbildungen sind bereits in Planung und sollen in kleineren Runden stattfinden. Diese werden gemeinsam mit dem „Netzwerk Integration durch Qualifizierung“ für Kitas angeboten und stärken bedarfsorientiert das Thema „Vielfalt in der Kita“.

Eine Frau hält Broschüren in der Hand.Jana Amtsberg mit der Broschüre „Unser Kind geht in die Kita – Kita und Kindertagespflege in Schwerin. Informationen zur Kinderbetreuung“ (2020)

„Kita-Einstieg“ digital und mobil

Was bedeutet frühe Bildung? Und warum ist sie so wichtig? Was macht eine Eingewöhnung oder einen Kita-Alltag aus? Und wo ist der Unterschied zwischen Kita und Kindertagespflege? Seit 2020 gibt eine Broschüre vom Schweriner Kita-Einstiegsteam Antworten auf diese Fragen. Darüber hinaus klärt sie über die Suche und Beantragung von Kita-Plätzen in der Landeshauptstadt auf und hält Adressen von Beratungsstellen und Fachdiensten bereit. Die Broschüre liegt vielerorts aus oder wird von den Fachdiensten und Betreuungsbüros direkt an die Familien ausgehändigt. Aber auch die digitale Version ist nicht verzichtbar. Auf der Webseite der Landeshauptstadt Schwerin ist die Broschüre in Leichter sowie vier weiteren Sprachen verfügbar. Durch Handzettel mit einem QR-Code haben die Familien einen einfachen Zugang zu der digitalen mobilen Version.

Herausforderungen

Die größte Herausforderung sieht die Projektverantwortliche beim Internationalen Bund Stefanie Trost darin, keine Parallelangebote zu schaffen. „Man muss sich der Aufgabe immer wieder bewusst werden. Es geht darum, Brücken in andere Angebote im Sozialraum zu bauen und nicht darum, diese zu ersetzen. Die Integration der Familien und Kinder muss immer wieder fokussiert werden und damit auch die Sprachentwicklung.“

Tipps

Große Informationsveranstaltungen wurden in Schwerin von den Familien kaum besucht. Das Team hat festgestellt, dass die Veranstaltungen die Familien wenig ansprechen. „Sie besitzen Vortrags-Charakter und sind wenig individuell“, erläutert Stephanie Trost. Die Beratung findet nun bedarfsorientiert und einzeln in offenen Sprechstunden sowie spontan bei Festen und Veranstaltungen statt.

Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit sind gut und wichtig für den Erfolg eines Projekts. „Man muss sowohl die Bevölkerung hinsichtlich der Angebote als auch die Politik für die Entscheidungen informieren und ‚abholen‘“, berichtet das Kita-Einstiegsteam. In der Landeshauptstadt hat der Norddeutsche Rundfunk (NDR) bereits zwei Radiobeiträge sowie einen Fernsehbeitrag erstellt, die bei der Aufklärung über das Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ in Schwerin unterstützen.

Weitere Informationen

Broschüre "Kita-Einstieg" Schwerin – Leichte Sprache (PDF, 2,76 MB, nicht barrierefrei)

Broschüre „Kita-Einstieg“ Schwerin – Weitere Sprachen

Fernsehbeitrag (NDR) - "Kita-Einstieg" in Schwerin

Seite drucken