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Kita-Kulturlotsinnen und Kita-Kulturlotsen unterstützen Familien auf dem Weg in die Kita

Marion KochKita-Kulturlotsin Marion Koch

Im Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ unterstützen in Hamburg Kita-Kulturlotsinnen und Kita-Kulturlotsen Familien, die selbst nicht so einfach den Weg in die Kita finden. Das Angebot besteht aus einer Mischung aus aufsuchender Arbeit und festen Beratungszeiten in einer Anker-Kita, einer Wohnunterkunft oder anderen etablierten Einrichtungen im Stadtteil. Die Zielgruppe sind Eltern mit Kindern von null bis drei Jahren. Es gibt feste Gruppenangebote wie Eltern-Cafés sowie Einzelberatungen.

Jede Kita-Kulturlotsin und jeder Kita-Kulturlotse hat überwiegend einen Arbeitsplatz in einer Anker-Kita. Sie arbeiten wettbewerbsfrei: Wenn Eltern einen Betreuungsplatz suchen, werden sie an die nächste Kita vermittelt, die einen freien Platz anbietet.

„Ich bin eine Kita-Streetworkerin“

Marion Koch ist eine der Kita-Kulturlotsinnen in Hamburg und beschreibt sich selbst als eine „Kita-Streetworkerin“. Sie berät Familien unter anderem zu den Fragen: „Was bedeutet die Kita für mein Kind?“, „Wann sollte ich mein Kind in einer Kita anmelden?“ oder „Wie beantrage ich einen Kita-Gutschein?“.

Ihre Zielgruppe sind Familien, die den üblichen Weg in die Kita nicht finden. Das kann daran liegen, dass die Familien gerade erst in Deutschland angekommen sind und das System Kita nicht kennen oder ganz andere Sorgen und Herausforderungen bestehen. „Es ist nicht immer so, dass eine Familie kommt und sagt: ich brauche einen Kita-Platz“, sagt Marion Koch. „Oft sind es finanzielle oder familiäre Probleme, die bei den Familien im Vordergrund stehen.“

Kreative Ideen für den Kita-Einstieg: Aktionsstand im Einkaufszentrum

Die Familien spricht Marion Koch gezielt auf Sommerfesten, Spielplätzen und mit der Aktion „Kita-Schnupperstunde“, einem Beratungs- und Spielangebot, in einem Einkaufszentrum an. „Am verkaufsoffenen Sonntag gibt es einen Aktionsstand für Kinder von eins bis vier, die dort das Kita-Leben kennenlernen können“, erläutert Marion Koch. „Eltern haben die Möglichkeit, sich über den Kita-Alltag zu informieren. Wir haben viel Informationsmaterial dabei, aber auch Spiele, Bücher und etwas zum Malen. Auf diesem Weg versuchen wir diejenigen zu erreichen, die noch keinen Kontakt zu einer Kita hatten.“

Frau Koch mit zwei Müttern
Frau Koch schreibt an eine Stellwand
Frau Koch mit einer Mutter

Breites Netzwerk und Kooperationen

Es bestehen zudem Kooperationen mit verschiedenen Einrichtungen, wie etwa Mütterberatungen, einem Eltern-Kind-Zentrum und anderen Beratungs-Cafés. Diese nutzt Marion Koch, um Kontakt zu Müttern mit Kindern im Alter von null bis einem Jahr aufzunehmen.

„Einmal die Woche bin ich zum Beispiel im Mütterberatungscafé und dort einfach ansprechbar für die Mütter. Ich unterhalte mich mit ihnen, beantworte Fragen und veranstalte auch kleine Sing- und Malrunden. Das ist immer sehr schön. Viele Mütter haben Anliegen und die kann ich dort direkt aufnehmen“, erzählt Marion Koch. Damit die Mütter sie kennenlernen, hat sie eine Willkommens-Karte entworfen. Diese wird von der Mütterberatungsstelle an alle Familien weitergeleitet, die ein neugeborenes Kind haben. Auf der Karte ist unter anderem ein Foto von Marion Koch sowie ihre Telefonnummer und Beratungszeiten. „Ich wurde schon von Eltern direkt angesprochen, sie hätten mich schon auf der Karte gesehen. Insofern hat das funktioniert – eine erste Hürde ist genommen“, berichtet Marion Koch.

Die Kita-Kulturlotsinnen und Kita-Kulturlotsen sind bei verschiedenen Trägern angestellt. In der Koordinierungs- und Netzwerkstelle Kita-Einstieg bei der Arbeitsgemeinschaft freie Wohlfahrtspflege (AGFW) haben sie eine Ansprechperson, die für den Praxistransfer verantwortlich ist. Einmal im Monat bringt die AGFW alle Kita-Kulturlotsinnen und Kita-Kulturlotsen zusammen, um Erfahrungen zu teilen, Informationen weiterzugeben oder kleine Fortbildungen durchzuführen. Alle Lotsinnen und Lotsen haben einen pädagogischen Hintergrund und Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Familien.

Tipps

„Es gibt für diese Tätigkeit keine vorgeschriebene Vorgehensweise. Für die erfolgreiche Arbeit müssen Kita-Kulturlotsinnen und Kita-Kulturlotsen deshalb kreativ sein und den Mut haben, neue Wege auszuprobieren“, erzählt Marion Koch. „Auch braucht es Kommunikationsstärke. Kontakte zu knüpfen und sich mit dem Netzwerk auszutauschen ist sehr wichtig, da aus den Erfahrungen der Anderen viel gelernt werden kann.“

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