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Interkultureller Frühstückstreff ermöglicht Austausch im geschützten Raum

Das Familienzentrum Eutin im Landkreis Ostholstein bietet einmal die Woche von 9.00 bis 11.00 Uhr einen interkulturellen Frühstückstreff an. Ziel ist es, den Kontakt zwischen Müttern und Vätern verschiedener Kulturen zu fördern. Außerdem können die Familien niedrigschwellig verschiedene Fragen und Anliegen klären. „Die Familien kommen zum Frühstück, tauschen sich aus, sehen, dass es alles sehr familiär und klein ist – ein geschützter Rahmen. Da trauen sie sich auch mal, Fragen zu stellen, auch wenn sie noch nicht so gut Deutsch sprechen“, erläutert Süntje Schwarten, Koordinatorin im Familienzentrum des Deutschen Kinderschutzbundes Eutin.

Der Frühstückstreff wird von der Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Kerstin Nötzold sowie einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin betreut. Zurzeit besuchen sechs bis 12 Mütter mit ihren Kindern den Treff, auch Väter sind herzlich willkommen. Das Frühstück wird vom Familienzentrum zur Verfügung gestellt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Fester Ablauf schafft Vertrauen

Der Frühstückstreff folgt einem festen Ablauf: Zu Beginn stellen sich die Kinder mit einem Singspiel vor. Dann werden aktuelle Anliegen der Eltern besprochen und beim gemeinsamen Frühstück vertieft. Dies sind zum Beispiel Fragen zur Ernährung, Gesundheit oder der Entwicklung des Kindes – einfach alles, was den Müttern und Vätern „unter den Nägeln brennt“. Das Treffen endet mit Sing- und Fingerspielen und einem Abschlusslied. Kerstin Nötzold unterstreicht: „Eltern und Kinder unterschiedlicher Herkunft werden auf spielerische Weise miteinander in Kontakt gebracht. Singen ist immer ein Medium, das verbindet. Es sind immer die gleichen Lieder, das sind feste Rituale. Ein Mensch, der der deutschen Sprache nicht mächtig ist, kann dieses Lied nach zwei, drei Treffen mitsingen.“

Expertinnen und Experten informieren niedrigschwellig

Eine Besonderheit des Treffs: Zu bestimmten Themen werden Expertinnen und Experten eingeladen. So waren zum Beispiel schon eine Kita-Leitung, die Beauftragte für Chancengleichheit des Jobcenters oder eine Person aus dem Gesundheitsamt zu Besuch. Die Auswahl erfolgt immer bedarfsorientiert und richtet sich nach den Wünschen der Eltern: „Es gibt keinen Zeitplan. Wir wissen jetzt noch nicht, was wir in ein paar Monaten anbieten werden. Wir schauen, welche Fragen kommen und versuchen dann darauf zu reagieren“, erläutert Süntje Schwarten. „Es ist deshalb wichtig, alle Partner vor Ort zu kennen.“ Das Familienzentrum ist lokal sehr gut vernetzt und kann Expertinnen und Experten auch kurzfristig einladen.

Um Familien auf den Frühstückstreff aufmerksam zu machen, nutzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Familienzentrums Eutin verschiedene Zugangswege, wie etwa Stellwände in Kitas, Flyer oder die Familienhebammen. Auch über die Kinder- und Frauenärztinnen und -ärzte vor Ort können viele Familien für das Angebot gewonnen werden. „Wir machen außerdem Werbung auf Facebook, was in Zukunft immer bedeutsamer werden wird“, berichtet Süntje Schwarten.

Tipp

Wer einen interkulturellen Treff etablieren möchte, sollte bestehende Angebote ausbauen oder erweitern. Der interkulturelle Frühstückstreff in Eutin hat sich aus einem bereits bestehenden Frühstückstreff entwickelt. „Man sollte sich individuell vor Ort fragen: Wo kommen Menschen mit Migrationshintergrund hin? Wo kann ich sie kennenlernen? Was gibt es schon für Angebote, auf die ich aufsatteln kann?“, erläutert Süntje Schwarten. Es sollte nach Orten Ausschau gehalten werden, an denen die Menschen gerne zusammenkommen. Wichtig ist zudem der persönliche Kontakt zu den Familien. Das schafft Vertrauen und mindert Hemmschwellen.

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