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Vielfalt in Kitas stärken

Dr. Christine Tuschinsky vom Diakonischen Werk Hamburg bietet im Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ Fortbildungen zur interkulturellen Orientierung in Kitas an. Kita-Teams haben so die Möglichkeit, sich über einen längeren Zeitraum mit dem professionellen Umgang mit kultureller und sprachlicher Vielfalt vertraut zu machen. Ziel ist es, das Thema in den Kitas zu stärken und längerfristig zu verankern.

Für jede Kita das passende Fortbildungsangebot

Christine Tuschinsky bietet unterschiedliche Formate an: Inhouse-Veranstaltungen, eine Workshop-Reihe sowie individuelle Beratung.

An einer Inhouse-Fortbildung nimmt meist das gesamte Team einer Einrichtung teil. Nach Absprache mit der Kita-Leitung werden ganztägige oder halbtägige Fachtage vor Ort durchgeführt, aber auch Teambesprechungen können zum Beispiel mit einem thematischen Schwerpunkt gestaltet werden. Die Veranstaltungen sind auf die jeweilige Kita zugeschnitten. Das ist nötig, weil Kitas sehr unterschiedlich sein können und nicht ein Programm das richtige für alle ist. Christine Tuschinsky: „Man muss sehen, was in den jeweiligen Kitas gerade das wichtigste Thema ist, was am meisten bewegt.“

Zusätzlich gibt es die Workshop-Reihe „Interkultureller Kita-Alltag“ mit bislang sieben Modulen. Sie finden ein- bis dreimal im Monat statt und werden abwechselnd vormittags und nachmittags angeboten. Ein Workshop dauert dreieinhalb Stunden. Da die Module nicht direkt aufeinander aufbauen, können die Teilnehmenden auch einzelne Termine besuchen oder während der bereits laufenden Reihe dazustoßen.  So gewinnen die Teilnehmenden unterschiedliche Perspektiven auf das große Thema interkulturelle Orientierung. Das Konzept entwickelte Christine Tuschinsky auch mithilfe vieler Gespräche mit Kita-Leitungen, pädagogischen Fachkräften sowie Kolleginnen und Kollegen aus dem Fachbereich Kinder- und Jugendhilfe des Diakonischen Werks Hamburg.

Themen der Workshop-Reihe „Interkultureller Kita-Alltag“:

  • Familienkulturen und Erziehungsziele
  • Wahrnehmung, Kommunikation und Kultur
  • Unterschiedliche Vorstellungen von Geschlechterrollen
  • Gesundheit und Krankheit aus interkultureller Perspektive
  • Kinder und Familien mit Fluchterfahrung
  • Wie entsteht Diskriminierung?
  • Elternarbeit aus interkultureller Perspektive

Christine Tuschinsky steht den Kitas auch für ganz individuelle Beratungsleistungen und Nachfragen zur Verfügung: „Man kann hier einfach anrufen und die eigenen Fragen besprechen.“

Alle Angebote sind für Hamburger Kitas kostenfrei.

Die praktischen Erfahrungen der Fachkräfte stehen bei allen Veranstaltungen im Fokus. Der Austausch zwischen den Teilnehmenden ist ganz besonders wichtig und wird ganz besonders geschätzt.

Tipps und Erfahrungen

Mailversand und Flyer reichen laut Christine Tuschinsky nicht aus, um die Angebote überall bekannt zu machen. Besser wirkt die persönliche Ansprache und Vorstellung des Programms bei Konferenzen und Treffen. Überraschend: Je mehr sich Menschen bereits mit dem Thema „Interkulturelle Orientierung“ beschäftig haben, desto größer ist ihr Interesse an mehr Qualifizierung. Ganz „Neue“ nehmen die Vorteile oft weniger wahr. Zudem ist das Thema immer auch mit persönlichen und politischen Haltungen verbunden.

Häufig wird es erst bedacht, wenn es zu Problemen kommt. Kitas sollten sich jedoch von Anfang an damit beschäftigen. Leitende Fragen sind: Wer lebt im Sozialraum der Kita? Welchen sozialen Status, welchen Bildungshintergrund, welche Sprache(n) oder Religion haben die Familien? Welche Besonderheiten sollten in den Kita-Alltag einbezogen werden? Besonders wichtig ist das laut Christine Tuschinsky für Kitas in Wohnunterkünften für Flüchtlinge: „Dort arbeiten die Kitas in einem ganz besonderen Sozialraum.  An dieser Schnittstelle von gesellschaftlichen, pädagogischen und politischen Interessen müssen die Träger von Kitas ihre ganz eigenen Strategien und Methoden etablieren.“

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