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Zusatzlogo: Gezeichnetes Kind springt auf farbigen rechteckigen Blöcken.

Mit dem Eltern-Café mit Spielegruppe Türen öffnen

In einer Erstberatung erhalten die Familien bereits wichtige Informationen zur Kindertagesbetreuung in Deutschland. Dabei unterstützen mehrsprachige Broschüren und Dolmetscherinnen und Dolmetscher. So lernen Eltern kennen, was in den Kitas gemacht wird, wer dort arbeitet und was die Kinder dort erwartet.

Adelheid Rall-Lubecki, die pädagogische Fachkraft im Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ in Ludwigsburg, betreut das Eltern-Café. Sie wird dabei vom Flüchtlingssozialarbeiter vor Ort und von Freiwilligen unterstützt. Träger ist die AWO Ludwigsburg gGmbH.

Feste Rituale geben Sicherheit

Jeden Mittwochvormittag treffen sich die Eltern und ihre Kinder mit Frau Rall-Lubecki zum Eltern-Café mit Spielegruppe. Der Ablauf ist immer ähnlich: Zuerst singen sie ein Begrüßungslied. Dann können die Kinder verschiedene Spielangebote ausprobieren, die typisch für Kitas sind, wie zum Beispiel Maltisch, Bauteppich, Puzzle und Bilderbücher. Anschließend finden gemeinsame Aktivitäten wie Singspiele oder Bastelangebote statt. Im Anschluss essen alle miteinander Obst, trinken Kaffee oder Tee. Manchmal bringen die Eltern auch landestypisches Gebäck mit. Am Ende räumen alle gemeinsam auf und singen ein Abschiedslied.

Die festen Rituale geben den Kindern und Eltern Sicherheit. Sie helfen der pädagogischen Fachkraft, eine Verbindung zu den Kindern und ihren Eltern aufzubauen. Dabei wird darauf geachtet, die Kinder nicht zu überfordern, sondern langsam an die Themen heranzuführen. Hier gilt laut Frau Rall-Lubecki: „weniger ist mehr“.

Herausforderung: Sprache

Eine Herausforderung ist die Sprache. Mit nonverbaler Kommunikation und mit Hilfe von Piktogrammen können sich die Familien und Frau Rall-Lubecki gut verständigen. Für die Kinder ist die Sprachbarriere kein großes Thema. Aktuell spricht zwar kein einziges der Kinder die gleiche Sprache, aber Frau Rall-Lubecki betont: „Unter den Kindern klappt die Kommunikation über das gemeinsame Spielen.“

Im Eltern-Café treffen verschiedene Kulturen aufeinander. Dennoch entsteht ein harmonisches Miteinander, bei dem die Kinder im Vordergrund stehen. Alle Elternteile kommen mit dem Ziel, dass ihre Kinder die deutsche Sprache lernen, einen Kita-Platz bekommen und mit anderen Kindern zusammen sein können.

Tipps

Für ähnliche Projekte in anderen Kommunen empfiehlt Frau Rall-Lubecki, sich um geeignete Räumlichkeiten zu bemühen. Idealerweise sind das einladende, freundliche und kindgerechte Räume, die auch Rückzugsmöglichkeiten für Gespräche bieten sowie abschließbare Lagerungsmöglichkeiten für Spiele und Teppiche.

Das pädagogische Personal sollte versuchen, ein Vertrauensverhältnis zu den Familien aufzubauen. „Eine Vertrauensperson für die Eltern und die Kinder zu sein, ist ein ganz wichtiger Grundpfeiler“, betont Frau Rall-Lubecki. Besonders die Offenheit für Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und mit unterschiedlichen Sprachen sei ein zentrales Thema.

Wichtig ist laut Frau Rall-Lubecki außerdem, sich mit den umliegenden Kitas zu vernetzen. Auch der enge Kontakt zu den Kinderärzten vor Ort ist hilfreich, da die Kinder vor dem ersten Kita-Tag eine ärztliche Untersuchung benötigen.

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