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Die regionale Vernetzung ist „das A und O“

Landkarte mit Pinnnadeln

Die Koordinierungs- und Netzwerkstelle im Landkreis Oberspreewald-Lausitz wurde im Oktober 2017 ins Leben gerufen. Verortet ist sie in Senftenberg, einer ländlich geprägten Gegend im Süden Brandenburgs. Claudia Kontschak sah sich hier der Herausforderung gegenübergestellt, ein standortübergreifendes Netzwerk aufzubauen, um die Kooperation aller Akteurinnen und Akteure im Sozialraum zu stärken und die bestehenden Angebote auszuweiten. Ihr Engagement und der Ansatz, die bereits vorhandenen Strukturen stärker zu nutzen und zu bündeln, haben sich in dieser Zeit ebenso bewiesen wie der enge Kontakt zu bestehenden Netzwerken - zum Beispiel „Frühe Hilfen“ und „Gesunde Kinder“ - im Landkreis. 

Frau Kontschak ist in der Koordinierungs- und Netzwerkstelle für unterschiedliche Aufgaben zuständig: Während sie vormittags als pädagogische Fachkraft tätig ist, widmet sie sich an den Nachmittagen koordinierenden und organisatorischen Aufgaben. Letztere umfassen vor allem die Planung, Begleitung und Weiterentwicklung der Angebote in den Landkreisen, aber auch die Vernetzung der im Sozialraum Tätigen untereinander. Der persönliche Kontakt zu ihren Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartnern und die regelmäßig stattfindenden Angebote sind in ihrer Arbeit von zentraler Bedeutung, denn sie schaffen Vertrauen und stellen den Praxisbezug sicher. Bei ihrer Arbeit wird sie von einer weiteren Kollegin unterstützt. Auch Praktikantinnen und Praktikanten bringen immer wieder neue Ideen und Anregungen ein. 

Kommunale Netzwerke individuell gestalten 

Die regionale Vernetzung ist für Frau Kontschak „das A und O“ ihrer Arbeit und spielt eine große Rolle im Bundesprogramm „Kita-Einstieg“. Durch das Zusammenwirken verschiedener Institutionen, Träger und fachlicher Professionen können Erfahrungen übertragen, Synergien genutzt und Angebote ergänzt oder gemeinsam neu geschaffen werden. Ein allgemeingültiges Rezept gibt es dafür aber nicht: Da die einzelnen Kommunen unterschiedlich arbeiten, sind auch unterschiedliche Strategien bei der Vernetzung notwendig. Diese sollten sich in den verschiedenen Regionen jeweils an die Gegebenheiten vor Ort anpassen: „Gelingende Praxis lässt sich nicht immer eins zu eins übertragen oder mit einer Schablone auf einen Landkreis auflegen“ so Kontschaks Erfahrung. Es hat sich bewährt, zunächst herauszufinden, welche Strukturen und Netzwerke bereits existieren und gut zusammenarbeiten. So erzählt Frau Kontschak, dass sie zunächst den Kontakt zu Mitarbeitenden der Stadtverwaltungen und Sachbearbeitenden der Standorte aufgenommen und „peu à peu“ die Träger im Landkreis gesucht hat, „die schon länger in dem Arbeitsbereich tätig sind“. Weiter hält sie fest: „Die Träger sind relativ gut vernetzt und arbeiten beispielsweise gut mit dem Quartiersmanagement zusammen und man merkt, dass hier ein Ziel besteht, nämlich die Gemeinwesenarbeit zu stärken“. So konnten nach und nach der Kontakt zu den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren gestärkt und neue Träger gewonnen werden, um gemeinsam Angebote (weiter-) zu entwickeln wie ein Spielzimmer in einer Wohnunterkunft oder, in Kooperation mit einem Mehrgenerationenhaus, ein Spielangebot für Kinder.

Wichtige Kontakte in der Netzwerkarbeit

Das Netzwerk „Frühe Hilfen“ wird vom Landkreis koordiniert und ist für die Koordinierungs- und Netzwerkstelle im Landkreis Oberspreewald-Lausitz besonders wichtig. Darüber konnte ein guter Kontakt zu Hebammen, Frühförderstellen, Beratungsstellen, Kitas, Kindertagespflegstellen oder auch dem Netzwerk „Gesunde Kinder“ hergestellt werden. Letzteres arbeitet mit ehrenamtlichen Familienpatinnen und Familienpaten zusammen, denen Frau Kontschak das Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ vorstellt und die es dann wiederum in die Familien tragen. „Das sind mitunter die wichtigsten Kontakte“ betont Frau Kontschak, denn sie stehen mit den Familien bereits in Kontakt und haben somit einen niedrigschwelligen, vertrauensvollen Zugang. Durch die Kooperation mit diesen Netzwerken besteht auch immer wieder die Möglichkeit, das Bundesprogramm oder einzelne Angebote im Rahmen von Veranstaltungen und Fachtagungen im Landkreis vorzustellen und neue Interessierte zu gewinnen. Den engen Kontakt mit der Integrationsbeauftragten des Landkreises beschreibt Frau Kontschak ebenfalls als sehr wertvoll. Dieser erleichtert den Zugang zu verschiedenen Selbstorganisationen und Initiativgruppen, wie „Refugees Welcome“ oder Vereinen wie „Unsere Welt – eine Welt“. Darüber hinaus ist Frau Kontschak Teil einer Arbeitsgruppe, die das Integrationskonzept des Landkreises aktualisiert. Hier werden gemeinsam Handlungsempfehlungen und Praxistipps für die Kommune erarbeitet.

Herausforderungen und Lösungsansätze

Kindertageseinrichtungen für die Teilnahme am Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ zu gewinnen, ist manchmal nicht einfach. Häufig wird die Frage gestellt, wie es nach Ende des Programms weitergeht – insbesondere im Hinblick auf das Personal, das über das Programm finanziert wird. Diese Sorgen greift Frau Kontschak auf und informiert die Kitas umfassend. Dabei erläutert sie unter anderem, welche Ziele das Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ verfolgt. Durch ausführliche Informationsgespräche kann sie so dazu beitragen, aufgeschlossene und engagierte Kitas für die Teilnahme zu gewinnen. Auch die Zusammenarbeit mit den Familien kann mitunter herausfordernd sein. Etwa wenn sie nicht kontinuierlich an Angeboten teilnehmen. Dann stellt sich die Frage nach den Gründen für das Wegbleiben: Ist das Angebot zu engmaschig? Liegen die Angebote zeitig zu weit auseinander oder liegt es an den Inhalten? Um diesen Fragen nachzugehen, informiert sich Frau Kontschak bei den Vereinen, den Kindertageseinrichtungen oder direkt bei den Familien über deren Erwartungen, um auf diese entsprechend eingehen zu können. Die Vernetzung und der Austausch helfen dabei, diesen Herausforderungen zu begegnen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. 

Tipps

Besonders wichtig ist für Frau Kontschak der direkte persönliche Kontakt zu den Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartnern – „dieser wird von vielen wertgeschätzt“. Dabei hilft es, hartnäckig zu bleiben und nicht aufzugeben, wenn die Kontaktaufnahme nicht gleich beim ersten Anlauf gelingt. Sich bei den Verantwortlichen erneut in Erinnerung zu rufen, einen alternativen Termin oder einen anderen Vorschlag der Zusammenarbeit zu unterbreiten, hat in der Vergangenheit schon häufig zum Erfolg geführt.

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